Strom sparen im Haushalt: 10 Tipps, die wirklich etwas bringen

Verschiedene Energiesparlampen und Leuchtmittel liegen durcheinander, Symbolbild für Strom sparen im Haushalt

Wer Strom sparen will, muss nicht im Dunkeln sitzen. Oft reichen ein paar Handgriffe an den richtigen Stellen: Standby, Kühlschrank, Waschen, Licht und Warmwasser. Hier findest Du die wirksamsten Tipps für Deinen Haushalt, jeweils mit einem Rechenbeispiel, was sie im Jahr bringen.

Zu den 10 Spartipps

Wie viel Strom verbraucht ein Haushalt?

Ob Dein Verbrauch hoch ist, siehst Du erst im Vergleich. Den Wert findest Du auf Deiner letzten Jahresabrechnung. Der Stromspiegel 2025 von co2online, der auf den Verbrauchsdaten von über 57.000 Haushalten beruht, nennt diese Durchschnittswerte für Haushalte ohne elektrische Warmwasserbereitung:

Personen im HaushaltWohnungHaus
1 Person1.200 kWh1.800 kWh
2 Personen1.900 kWh2.700 kWh
3 Personen2.400 kWh3.500 kWh
4 Personen2.600 kWh3.800 kWh
5 Personen3.100 kWh4.500 kWh

Quelle: Stromspiegel 2025, co2online. Wird Dein Warmwasser elektrisch erzeugt, zum Beispiel mit einem Durchlauferhitzer, liegt der Verbrauch deutlich höher.

Liegst Du klar über diesen Werten, lohnt sich die Suche nach Stromfressern besonders. Aber auch bei einem normalen Verbrauch steckt in den meisten Haushalten Sparpotenzial.

Wo der Strom im Haushalt bleibt

Nach einer Auswertung des BDEW verteilt sich der Stromverbrauch privater Haushalte grob so auf die einzelnen Bereiche:

Fernseher, Computer, Router und Co.28 %
Waschen und Trocknen14 %
Licht13 %
Kühlen und Gefrieren11 %
Kochen9 %
Spülen8 %
Sonstiges, z. B. Warmwasser und Heizungstechnik17 %

Quelle: BDEW, Stromverwendung im Haushalt. „Sonstiges“ ist der Rest auf 100 %.

Die Unterhaltungs- und Kommunikationstechnik ist also der größte Posten, gefolgt von Waschen, Licht und Kühlen. Genau dort setzen die folgenden Tipps an.

So rechnen wir: Für alle Beispiele nehmen wir einen Strompreis von 37 Cent pro Kilowattstunde an. Das ist der Durchschnittspreis für Haushalte 2026 laut BDEW, mehr dazu in unserem Ratgeber Strompreiszusammensetzung. Dein eigener Preis steht auf Deiner Rechnung.

Strom sparen im Haushalt: 10 Tipps, die wirklich etwas bringen

1

Standby abschalten

Fernseher, Spielekonsole, Soundbar, Drucker oder Kaffeemaschine ziehen oft auch dann Strom, wenn sie scheinbar aus sind. Einzeln sind das nur ein paar Watt, zusammen und rund um die Uhr läppert es sich. Hänge Geräte, die zusammengehören, an eine schaltbare Steckdosenleiste und schalte sie nach der Nutzung komplett aus. Bei schwer erreichbaren Steckdosen hilft eine Leiste mit Fußschalter.

Rechenbeispiel: Hängen zusammen 20 Watt im Standby, ergibt das 20 W × 8.760 Stunden = 175 kWh im Jahr. Bei 37 Cent pro kWh sind das rund 65 € pro Jahr für Geräte, die Du gar nicht nutzt.
2

Kühlschrank und Gefriergerät richtig einstellen

Im Kühlschrank reichen 7 °C, im Gefriergerät −18 °C. Jedes Grad wärmer senkt den Verbrauch um etwa 6 Prozent (oesterreich.gv.at). Stell die Geräte nicht neben Herd, Spülmaschine oder Heizung, taue das Gefrierfach ab, sobald sich eine Eisschicht bildet, und prüfe die Türdichtung: Klemmt ein Blatt Papier nicht mehr fest, entweicht Kälte. Wie viel Dein Kühlschrank verbraucht und wann sich ein neuer lohnt, zeigt unser Ratgeber Kühlschrank Stromverbrauch.

Rechenbeispiel: Ein Kühlschrank braucht 150 kWh im Jahr und läuft auf 4 °C statt 7 °C. Mit drei Grad mehr sparst Du etwa 18 Prozent, also 27 kWh oder rund 10 € pro Jahr, ohne dass Deine Lebensmittel schlechter gekühlt werden.
3

Kühler waschen und an der Luft trocknen

Moderne Waschmittel reinigen schon bei niedrigen Temperaturen gründlich. Wäschst Du mit 40 statt 60 °C, sparst Du laut Umweltbundesamt 35 bis 40 Prozent Energie (zitiert nach Öko-Test). Für leicht verschmutzte Buntwäsche reichen oft 30 °C. Nutze das Eco-Programm: Es läuft länger, braucht aber weniger Strom, weil es das Wasser weniger stark aufheizt. Belade die Maschine voll und verzichte auf Vorwäsche.

Der Wäschetrockner gehört zu den größten Einzelverbrauchern. Am günstigsten ist die Wäscheleine. Brauchst Du einen Trockner, ist ein Gerät mit Wärmepumpe deutlich sparsamer als ein Kondensations- oder Ablufttrockner. Schleudere die Wäsche vorher mit hoher Drehzahl, dann muss der Trockner weniger Wasser verdampfen.

4

Auf LED umsteigen

LED-Lampen brauchen für die gleiche Helligkeit nur einen Bruchteil des Stroms von Halogen- oder Glühlampen und halten viel länger. Tausche zuerst die Lampen, die am längsten brennen, etwa im Wohnzimmer, in der Küche und im Flur. Achte beim Kauf auf die Lumen-Angabe statt auf Watt. Was LED bei Lichterketten bringt, zeigt unser Ratgeber zu den Stromkosten der Weihnachtsbeleuchtung.

Rechenbeispiel: Eine Halogenlampe mit 42 W wird durch eine LED mit 6 W ersetzt und brennt täglich 3 Stunden. Das spart 36 W × 3 h × 365 Tage = 39 kWh oder rund 15 € pro Lampe und Jahr. Bei fünf solchen Lampen sind es rund 73 €.
5

Beim Kochen und Backen Energie sparen

Koche mit Deckel, dann wird das Wasser schneller heiß und Du kannst früher herunterschalten. Wähle einen Topf, der zur Größe der Kochplatte passt. Erhitze Wasser für Nudeln oder Tee im Wasserkocher, das geht meist schneller und sparsamer als auf dem Herd. Nutze die Restwärme, indem Du Herd und Backofen ein paar Minuten vor Ende ausschaltest. Beim Backofen kannst Du bei vielen Gerichten auf das Vorheizen verzichten, und mit Umluft reicht meist eine niedrigere Temperatur als mit Ober- und Unterhitze.

6

Geschirrspüler clever nutzen

Ein voll beladener Geschirrspüler ist in der Regel sparsamer als Spülen von Hand unter fließendem warmem Wasser. Starte ihn erst, wenn er voll ist, nutze das Eco-Programm und spar Dir das Vorspülen: Grobe Reste reicht es, mit der Gabel abzustreifen.

7

Warmwasser: der unterschätzte Stromfresser

Wird Dein Wasser mit einem Durchlauferhitzer oder Boiler elektrisch erwärmt, ist das oft der größte Posten im ganzen Haushalt. Ein Sparduschkopf senkt die Wassermenge, ohne dass das Duschen unangenehm wird. Kürzer und etwas weniger heiß duschen hilft zusätzlich. Stelle Durchlauferhitzer auf die Temperatur ein, die Du wirklich brauchst, statt heißes Wasser mit kaltem zu mischen.

Rechenbeispiel: Eine 5-Minuten-Dusche mit 8 Litern pro Minute braucht 40 Liter, die von 10 auf 38 °C erwärmt werden. Das sind rund 1,3 kWh. Mit einem Sparduschkopf (6 Liter pro Minute) sind es nur noch knapp 1 kWh. Duschen zwei Personen täglich, sparen sie rund 238 kWh oder etwa 88 € pro Jahr. Das gilt nur, wenn Dein Warmwasser elektrisch erzeugt wird.
8

Fernseher, Computer und Router

Unterhaltungs- und Kommunikationstechnik ist der größte Verbrauchsbereich. Reduziere beim Fernseher die Helligkeit oder nutze den Energiesparmodus, viele Geräte sind ab Werk auf maximale Helligkeit eingestellt. Ein Laptop braucht deutlich weniger Strom als ein Desktop-PC mit großem Monitor. Aktiviere bei Computern den Energiesparmodus und schalte Drucker, Lautsprecher und Monitore mit einer Steckdosenleiste ab. Viele Router lassen sich so einstellen, dass das WLAN nachts automatisch aus ist.

9

Stromfresser finden und alte Geräte prüfen

Ein Strommessgerät für die Steckdose kostet wenig und zeigt Dir, was ein Gerät im Betrieb und im Standby wirklich verbraucht. Besonders alte Kühl- und Gefriergeräte, Trockner und Gefriertruhen im Keller sind oft echte Stromfresser. Mit unserem Geräte-Stromkostenrechner rechnest Du aus, was ein Gerät im Jahr kostet. Beim Neukauf hilft das EU-Energielabel mit den Klassen A bis G: Vergleiche dort den Jahresverbrauch in kWh. Ein Austausch lohnt sich vor allem bei Geräten, die rund um die Uhr laufen.

10

Im Haus: Heizungspumpe und Technik im Blick behalten

Im Einfamilienhaus läuft die Umwälzpumpe der Heizung oft monatelang durch. Ältere, ungeregelte Pumpen brauchen dabei deutlich mehr Strom als moderne Hocheffizienzpumpen. Frag bei der nächsten Wartung Deinen Heizungsbauer, ob sich ein Austausch lohnt und ob die Pumpe richtig eingestellt ist. Auch Aquarien, Teichpumpen oder elektrische Handtuchheizkörper solltest Du mit dem Strommessgerät prüfen. Besonders teuer sind Heizlüfter: Was sie pro Stunde kosten, zeigt unser Ratgeber Heizlüfter Stromverbrauch.

Strom selbst erzeugen: Neben dem Sparen kannst Du einen Teil Deines Verbrauchs auch selbst decken, wenn Du einen sonnigen Balkon oder eine Terrasse hast. Wie viel das bringt und für wen es sich rechnet, zeigt unser Ratgeber Lohnt sich ein Balkonkraftwerk?

Beispielrechnung: Das bringen die Tipps zusammen

So viel kann ein Haushalt im Jahr sparen, wenn er die Tipps aus den Rechenbeispielen umsetzt. Die Werte sind Beispiele, Deine Ersparnis hängt von Deinen Geräten und Gewohnheiten ab.

MaßnahmekWh pro JahrEuro pro Jahr
Standby abschalten (20 W)17565 €
Kühlschrank auf 7 °C statt 4 °C2710 €
5 Halogenlampen gegen LED tauschen19773 €
Zwischensumme399148 €
Sparduschkopf, 2 Personen (nur bei elektrischem Warmwasser)23888 €
Summe mit elektrischem Warmwasser637236 €

Annahme: 37 Cent pro kWh. Werte gerundet.

Der größte Hebel: Dein Preis pro Kilowattstunde

Sparsam mit Strom umzugehen senkt Deinen Verbrauch. Mindestens genauso viel bringt es, für jede Kilowattstunde weniger zu bezahlen. Steckst Du noch in der Grundversorgung, zahlst Du in der Regel deutlich mehr als in einem frei gewählten Tarif. Schau auf Deiner Rechnung nach dem Tarifnamen und vergleiche Arbeitspreis und Grundpreis mit aktuellen Angeboten. Wie der Wechsel funktioniert, erklärt unser Ratgeber Stromanbieter wechseln.

Hast Du ein Smart Meter und große Verbraucher wie E-Auto oder Wärmepumpe, kann sich auch ein dynamischer Stromtarif lohnen. Damit verlagerst Du Deinen Verbrauch in Stunden, in denen Strom an der Börse günstig ist.

Prüfe, ob Du zu viel pro kWh zahlst

Gib Deine Postleitzahl und Deinen Verbrauch ein und vergleiche die Tarife für Deine Adresse.

Zum Vergleichsrechner

* Bei einem Abschluss über unseren Rechner erhalten wir eine Provision. Für Dich entstehen keine Mehrkosten. So arbeiten wir

Checkliste: Strom sparen im Haushalt

Verbrauch auf der letzten Jahresabrechnung mit dem Stromspiegel vergleichen
Geräte im Standby an schaltbare Steckdosenleisten hängen
Kühlschrank auf 7 °C, Gefriergerät auf −18 °C einstellen
Mit 30 oder 40 °C und im Eco-Programm waschen, Wäsche an der Luft trocknen
Die meistgenutzten Lampen auf LED umstellen
Mit Deckel kochen, Wasser im Wasserkocher erhitzen
Geschirrspüler nur voll und im Eco-Programm starten
Bei elektrischem Warmwasser einen Sparduschkopf montieren
Stromfresser mit einem Strommessgerät aufspüren
Tarif prüfen: Grundversorgung oder teurer Altvertrag?

Häufige Fragen zum Strom sparen im Haushalt

Wie viel Strom verbraucht ein 2-Personen-Haushalt?
Laut Stromspiegel 2025 von co2online liegt der Durchschnitt ohne elektrische Warmwasserbereitung bei 1.900 kWh in einer Wohnung und 2.700 kWh in einem Haus. Wird das Warmwasser mit Strom erzeugt, ist der Verbrauch deutlich höher.
Was verbraucht im Haushalt am meisten Strom?
Nach einer BDEW-Auswertung entfällt der größte Anteil auf Unterhaltungs- und Kommunikationstechnik wie Fernseher, Computer und Router, gefolgt von Waschen und Trocknen, Licht und Kühlen. Einzelne große Verbraucher sind Durchlauferhitzer, Wäschetrockner und alte Kühl- und Gefriergeräte.
Lohnt es sich wirklich, den Stecker zu ziehen?
Ja, vor allem bei Geräten, die zusammen viel Standby-Strom ziehen. Schon 20 Watt Dauerverbrauch kosten bei 37 Cent pro kWh rund 65 € im Jahr. Am bequemsten geht das mit einer schaltbaren Steckdosenleiste.
Spart Waschen mit 30 Grad Strom?
Ja. Je weniger die Maschine das Wasser aufheizen muss, desto weniger Strom braucht sie. Für leicht verschmutzte Buntwäsche reichen 30 °C meist aus. Handtücher, Bettwäsche oder Wäsche von Kranken solltest Du aus Hygienegründen weiterhin heißer waschen.
Wie finde ich die Stromfresser in meiner Wohnung?
Mit einem Strommessgerät für die Steckdose misst Du den Verbrauch einzelner Geräte. Alternativ liest Du abends und morgens den Zählerstand ab, während möglichst alles ausgeschaltet ist. So siehst Du, wie hoch der Grundverbrauch ist. Was ein Gerät im Jahr kostet, berechnest Du mit unserem Geräte-Stromkostenrechner.
Was bringt mehr: Strom sparen oder den Anbieter wechseln?
Beides ergänzt sich. Strom sparen senkt Deinen Verbrauch dauerhaft, ein günstigerer Tarif senkt den Preis für jede Kilowattstunde. Bist Du noch in der Grundversorgung, ist ein Wechsel oft der schnellste Weg zu niedrigeren Kosten. Danach lohnt es sich, auch Deinen Abschlag an den gesunkenen Verbrauch anzupassen.

Quellen: Stromspiegel 2025, co2online; BDEW, Stromverwendung im Haushalt; oesterreich.gv.at, Kühl- und Gefriergeräte; Umweltbundesamt, zitiert nach Öko-Test. Rechenbeispiele: eigene Berechnung, Stand Oktober 2026.

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