Wer Strom sparen will, muss nicht im Dunkeln sitzen. Oft reichen ein paar Handgriffe an den richtigen Stellen: Standby, Kühlschrank, Waschen, Licht und Warmwasser. Hier findest Du die wirksamsten Tipps für Deinen Haushalt, jeweils mit einem Rechenbeispiel, was sie im Jahr bringen.
Wie viel Strom verbraucht ein Haushalt?
Ob Dein Verbrauch hoch ist, siehst Du erst im Vergleich. Den Wert findest Du auf Deiner letzten Jahresabrechnung. Der Stromspiegel 2025 von co2online, der auf den Verbrauchsdaten von über 57.000 Haushalten beruht, nennt diese Durchschnittswerte für Haushalte ohne elektrische Warmwasserbereitung:
| Personen im Haushalt | Wohnung | Haus |
|---|---|---|
| 1 Person | 1.200 kWh | 1.800 kWh |
| 2 Personen | 1.900 kWh | 2.700 kWh |
| 3 Personen | 2.400 kWh | 3.500 kWh |
| 4 Personen | 2.600 kWh | 3.800 kWh |
| 5 Personen | 3.100 kWh | 4.500 kWh |
Quelle: Stromspiegel 2025, co2online. Wird Dein Warmwasser elektrisch erzeugt, zum Beispiel mit einem Durchlauferhitzer, liegt der Verbrauch deutlich höher.
Liegst Du klar über diesen Werten, lohnt sich die Suche nach Stromfressern besonders. Aber auch bei einem normalen Verbrauch steckt in den meisten Haushalten Sparpotenzial.
Wo der Strom im Haushalt bleibt
Nach einer Auswertung des BDEW verteilt sich der Stromverbrauch privater Haushalte grob so auf die einzelnen Bereiche:
Quelle: BDEW, Stromverwendung im Haushalt. „Sonstiges“ ist der Rest auf 100 %.
Die Unterhaltungs- und Kommunikationstechnik ist also der größte Posten, gefolgt von Waschen, Licht und Kühlen. Genau dort setzen die folgenden Tipps an.
Strom sparen im Haushalt: 10 Tipps, die wirklich etwas bringen
Standby abschalten
Fernseher, Spielekonsole, Soundbar, Drucker oder Kaffeemaschine ziehen oft auch dann Strom, wenn sie scheinbar aus sind. Einzeln sind das nur ein paar Watt, zusammen und rund um die Uhr läppert es sich. Hänge Geräte, die zusammengehören, an eine schaltbare Steckdosenleiste und schalte sie nach der Nutzung komplett aus. Bei schwer erreichbaren Steckdosen hilft eine Leiste mit Fußschalter.
Kühlschrank und Gefriergerät richtig einstellen
Im Kühlschrank reichen 7 °C, im Gefriergerät −18 °C. Jedes Grad wärmer senkt den Verbrauch um etwa 6 Prozent (oesterreich.gv.at). Stell die Geräte nicht neben Herd, Spülmaschine oder Heizung, taue das Gefrierfach ab, sobald sich eine Eisschicht bildet, und prüfe die Türdichtung: Klemmt ein Blatt Papier nicht mehr fest, entweicht Kälte. Wie viel Dein Kühlschrank verbraucht und wann sich ein neuer lohnt, zeigt unser Ratgeber Kühlschrank Stromverbrauch.
Kühler waschen und an der Luft trocknen
Moderne Waschmittel reinigen schon bei niedrigen Temperaturen gründlich. Wäschst Du mit 40 statt 60 °C, sparst Du laut Umweltbundesamt 35 bis 40 Prozent Energie (zitiert nach Öko-Test). Für leicht verschmutzte Buntwäsche reichen oft 30 °C. Nutze das Eco-Programm: Es läuft länger, braucht aber weniger Strom, weil es das Wasser weniger stark aufheizt. Belade die Maschine voll und verzichte auf Vorwäsche.
Der Wäschetrockner gehört zu den größten Einzelverbrauchern. Am günstigsten ist die Wäscheleine. Brauchst Du einen Trockner, ist ein Gerät mit Wärmepumpe deutlich sparsamer als ein Kondensations- oder Ablufttrockner. Schleudere die Wäsche vorher mit hoher Drehzahl, dann muss der Trockner weniger Wasser verdampfen.
Auf LED umsteigen
LED-Lampen brauchen für die gleiche Helligkeit nur einen Bruchteil des Stroms von Halogen- oder Glühlampen und halten viel länger. Tausche zuerst die Lampen, die am längsten brennen, etwa im Wohnzimmer, in der Küche und im Flur. Achte beim Kauf auf die Lumen-Angabe statt auf Watt. Was LED bei Lichterketten bringt, zeigt unser Ratgeber zu den Stromkosten der Weihnachtsbeleuchtung.
Beim Kochen und Backen Energie sparen
Koche mit Deckel, dann wird das Wasser schneller heiß und Du kannst früher herunterschalten. Wähle einen Topf, der zur Größe der Kochplatte passt. Erhitze Wasser für Nudeln oder Tee im Wasserkocher, das geht meist schneller und sparsamer als auf dem Herd. Nutze die Restwärme, indem Du Herd und Backofen ein paar Minuten vor Ende ausschaltest. Beim Backofen kannst Du bei vielen Gerichten auf das Vorheizen verzichten, und mit Umluft reicht meist eine niedrigere Temperatur als mit Ober- und Unterhitze.
Geschirrspüler clever nutzen
Ein voll beladener Geschirrspüler ist in der Regel sparsamer als Spülen von Hand unter fließendem warmem Wasser. Starte ihn erst, wenn er voll ist, nutze das Eco-Programm und spar Dir das Vorspülen: Grobe Reste reicht es, mit der Gabel abzustreifen.
Warmwasser: der unterschätzte Stromfresser
Wird Dein Wasser mit einem Durchlauferhitzer oder Boiler elektrisch erwärmt, ist das oft der größte Posten im ganzen Haushalt. Ein Sparduschkopf senkt die Wassermenge, ohne dass das Duschen unangenehm wird. Kürzer und etwas weniger heiß duschen hilft zusätzlich. Stelle Durchlauferhitzer auf die Temperatur ein, die Du wirklich brauchst, statt heißes Wasser mit kaltem zu mischen.
Fernseher, Computer und Router
Unterhaltungs- und Kommunikationstechnik ist der größte Verbrauchsbereich. Reduziere beim Fernseher die Helligkeit oder nutze den Energiesparmodus, viele Geräte sind ab Werk auf maximale Helligkeit eingestellt. Ein Laptop braucht deutlich weniger Strom als ein Desktop-PC mit großem Monitor. Aktiviere bei Computern den Energiesparmodus und schalte Drucker, Lautsprecher und Monitore mit einer Steckdosenleiste ab. Viele Router lassen sich so einstellen, dass das WLAN nachts automatisch aus ist.
Stromfresser finden und alte Geräte prüfen
Ein Strommessgerät für die Steckdose kostet wenig und zeigt Dir, was ein Gerät im Betrieb und im Standby wirklich verbraucht. Besonders alte Kühl- und Gefriergeräte, Trockner und Gefriertruhen im Keller sind oft echte Stromfresser. Mit unserem Geräte-Stromkostenrechner rechnest Du aus, was ein Gerät im Jahr kostet. Beim Neukauf hilft das EU-Energielabel mit den Klassen A bis G: Vergleiche dort den Jahresverbrauch in kWh. Ein Austausch lohnt sich vor allem bei Geräten, die rund um die Uhr laufen.
Im Haus: Heizungspumpe und Technik im Blick behalten
Im Einfamilienhaus läuft die Umwälzpumpe der Heizung oft monatelang durch. Ältere, ungeregelte Pumpen brauchen dabei deutlich mehr Strom als moderne Hocheffizienzpumpen. Frag bei der nächsten Wartung Deinen Heizungsbauer, ob sich ein Austausch lohnt und ob die Pumpe richtig eingestellt ist. Auch Aquarien, Teichpumpen oder elektrische Handtuchheizkörper solltest Du mit dem Strommessgerät prüfen. Besonders teuer sind Heizlüfter: Was sie pro Stunde kosten, zeigt unser Ratgeber Heizlüfter Stromverbrauch.
Beispielrechnung: Das bringen die Tipps zusammen
So viel kann ein Haushalt im Jahr sparen, wenn er die Tipps aus den Rechenbeispielen umsetzt. Die Werte sind Beispiele, Deine Ersparnis hängt von Deinen Geräten und Gewohnheiten ab.
| Maßnahme | kWh pro Jahr | Euro pro Jahr |
|---|---|---|
| Standby abschalten (20 W) | 175 | 65 € |
| Kühlschrank auf 7 °C statt 4 °C | 27 | 10 € |
| 5 Halogenlampen gegen LED tauschen | 197 | 73 € |
| Zwischensumme | 399 | 148 € |
| Sparduschkopf, 2 Personen (nur bei elektrischem Warmwasser) | 238 | 88 € |
| Summe mit elektrischem Warmwasser | 637 | 236 € |
Annahme: 37 Cent pro kWh. Werte gerundet.
Der größte Hebel: Dein Preis pro Kilowattstunde
Sparsam mit Strom umzugehen senkt Deinen Verbrauch. Mindestens genauso viel bringt es, für jede Kilowattstunde weniger zu bezahlen. Steckst Du noch in der Grundversorgung, zahlst Du in der Regel deutlich mehr als in einem frei gewählten Tarif. Schau auf Deiner Rechnung nach dem Tarifnamen und vergleiche Arbeitspreis und Grundpreis mit aktuellen Angeboten. Wie der Wechsel funktioniert, erklärt unser Ratgeber Stromanbieter wechseln.
Hast Du ein Smart Meter und große Verbraucher wie E-Auto oder Wärmepumpe, kann sich auch ein dynamischer Stromtarif lohnen. Damit verlagerst Du Deinen Verbrauch in Stunden, in denen Strom an der Börse günstig ist.
Prüfe, ob Du zu viel pro kWh zahlst
Gib Deine Postleitzahl und Deinen Verbrauch ein und vergleiche die Tarife für Deine Adresse.
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Checkliste: Strom sparen im Haushalt
Häufige Fragen zum Strom sparen im Haushalt
Wie viel Strom verbraucht ein 2-Personen-Haushalt?
Was verbraucht im Haushalt am meisten Strom?
Lohnt es sich wirklich, den Stecker zu ziehen?
Spart Waschen mit 30 Grad Strom?
Wie finde ich die Stromfresser in meiner Wohnung?
Was bringt mehr: Strom sparen oder den Anbieter wechseln?
Quellen: Stromspiegel 2025, co2online; BDEW, Stromverwendung im Haushalt; oesterreich.gv.at, Kühl- und Gefriergeräte; Umweltbundesamt, zitiert nach Öko-Test. Rechenbeispiele: eigene Berechnung, Stand Oktober 2026.
