Weihnachtsbeleuchtung Stromkosten: So viel kosten Lichterketten wirklich

Leuchtende Lichterkette, Symbolbild für die Stromkosten der Weihnachtsbeleuchtung

Lichterketten im Fenster, ein Schwibbogen auf der Fensterbank, Lichterschlauch am Balkon: In der Adventszeit leuchtet es in fast jedem Haushalt. Aber was kostet das eigentlich? Hier siehst Du die Stromkosten der typischen Weihnachtsbeleuchtung, den Unterschied zwischen LED und Glühlampe und wie Du die Kosten Deiner eigenen Deko in einer Minute ausrechnest.

Zur Kostentabelle

Was kostet Weihnachtsbeleuchtung?

Die kurze Antwort: Mit LED-Technik kaum etwas. Eine LED-Lichterkette für den Innenbereich kostet Dich über die ganze Saison meist weniger als 50 Cent. Eine alte Lichterkette mit Glühlämpchen braucht dagegen rund zehnmal so viel Strom und kommt auf etwa 4,50 €. Richtig teuer wird es erst bei großen Außendekorationen mit alter Technik oder wenn die Beleuchtung rund um die Uhr brennt.

So rechnen wir: Vom 1. Advent bis zum Dreikönigstag sind es rund 40 Tage. Wir nehmen an, dass die Beleuchtung an jedem dieser Tage 6 Stunden leuchtet, also 240 Stunden pro Saison. Als Strompreis setzen wir 37 Cent pro Kilowattstunde an, den Durchschnittspreis für Haushalte 2026 laut BDEW (mehr dazu in unserem Ratgeber Strompreiszusammensetzung). Deinen eigenen Arbeitspreis findest Du auf Deiner Stromrechnung.

Stromkosten der Weihnachtsbeleuchtung im Überblick

Die Tabelle zeigt typische Leistungswerte und was die Deko in einer Saison kostet. Die Watt-Angabe Deiner eigenen Lichterkette kann abweichen. Sie steht auf der Verpackung oder auf dem Etikett am Stecker bzw. Trafo.

BeleuchtungLeistungkWh pro SaisonKosten pro Saison
LED-Lichterkette innen (20 bis 50 LEDs)ca. 4 W1,00,36 €
Lichterkette mit Glühlämpchen (20 Kerzen)ca. 50 W12,04,44 €
LED-Schwibbogenca. 2 W0,50,18 €
Schwibbogen mit Glühkerzen (7 Kerzen)ca. 20 W4,81,78 €
LED-Außenlichterkette (200 bis 500 LEDs)ca. 20 W4,81,78 €
LED-Lichterschlauch, 9 mca. 25 W6,02,22 €
Lichterschlauch mit Glühlampen, 9 mca. 150 W36,013,32 €
LED-Projektor für die Fassadeca. 10 W2,40,89 €
Aufblasbare Leuchtfigur (mit Gebläse)ca. 80 W19,27,10 €

Richtwerte. Annahme: 40 Tage à 6 Stunden, 37 Cent pro kWh. Leistungswerte nach Angaben der Verbraucherzentralen NRW und Südtirol sowie typischen Herstellerangaben, Kosten eigene Berechnung.

Du siehst: Bei LED-Deko geht es um Cent-Beträge. Ins Geld gehen vor allem alte Lichterschläuche und Ketten mit Glühlampen im Außenbereich sowie aufblasbare Figuren, in denen die ganze Zeit ein Gebläse läuft.

So berechnest Du die Stromkosten Deiner Lichterkette

Du brauchst nur drei Angaben: die Leistung in Watt, die Leuchtdauer und Deinen Strompreis. Dann rechnest Du so:

Watt × Stunden pro Tag × Anzahl Tage ÷ 1.000 = Verbrauch in kWh

Verbrauch in kWh × Strompreis = Stromkosten

Durch 1.000 teilst Du, weil aus Wattstunden Kilowattstunden werden. Ein Beispiel mit einem alten Lichterschlauch:

Rechenbeispiel: 150 W × 6 Stunden × 40 Tage ÷ 1.000 = 36 kWh. Bei 37 Cent pro kWh sind das 13,32 € pro Saison. Ein gleich langer LED-Schlauch mit 25 W kommt auf 6 kWh oder 2,22 €.

Wenn Du nicht selbst rechnen willst: In unserem Geräte-Stromkostenrechner gibst Du Watt und Nutzungsdauer ein und siehst sofort die Kosten.

Rechenbeispiel: Ein ganz normal geschmückter Haushalt

Nehmen wir einen Haushalt mit einer Lichterkette am Weihnachtsbaum, zwei Lichterketten in den Fenstern, einem Schwibbogen und einem Lichterschlauch am Balkongeländer. So unterscheiden sich die Kosten mit LED und mit alter Glühlampen-Technik:

DekoLEDGlühlampe
Lichterkette Weihnachtsbaum4 W50 W
2 Lichterketten im Fenster8 W100 W
Schwibbogen2 W20 W
Lichterschlauch Balkon, 9 m25 W150 W
Leistung zusammen39 W320 W
Kosten bei 6 Stunden am Tag3,46 €28,42 €
Kosten bei Dauerbetrieb (24 Stunden)13,85 €113,66 €

Annahme: 40 Tage, 37 Cent pro kWh. Werte gerundet.

Mit LED zahlt dieser Haushalt für die ganze Saison weniger als eine Tasse Kaffee auf dem Weihnachtsmarkt. Mit alter Technik im Dauerbetrieb wird daraus ein dreistelliger Betrag.

LED oder Glühlampe: Lohnt sich der Austausch?

Laut Verbraucherzentrale NRW brauchen Lichterketten mit LEDs nur rund ein Zehntel des Stroms herkömmlicher Glüh- oder Halogenlämpchen und halten etwa 100-mal länger. Im Handel gibt es heute fast nur noch LED-Ketten. Wenn Du noch alte Ketten im Keller hast, hängt die Frage nach dem Austausch davon ab, wie groß und wie lange beleuchtet sie sind:

Rechenbeispiel: Ersetzt Du eine Glühlampen-Kette im Fenster (50 W) durch eine LED-Kette (4 W), sparst Du 4,08 € pro Saison. Kostet die neue Kette 15 €, hat sie sich nach etwa vier Wintern bezahlt gemacht. Beim Lichterschlauch am Balkon sparst Du 11,10 € pro Saison, ein LED-Schlauch für 25 € rechnet sich also schon nach gut zwei Wintern.

Es gibt noch einen zweiten Grund für den Tausch: Fallen bei alten Glühlampen-Ketten einzelne Lämpchen aus, werden die übrigen heißer. Das ist ein Sicherheitsrisiko, gerade am Weihnachtsbaum. LEDs werden dagegen kaum warm. Eine funktionierende LED-Kette solltest Du dagegen nicht ersetzen, nur weil es eine noch sparsamere gibt. Da geht es nur noch um Cent.

LED oder nicht? Der Test: Lass die Lichterkette etwa 15 Minuten leuchten und fass dann ein Lämpchen an. Ist es deutlich warm, handelt es sich um eine Glühlampe.

Batterie-Kerzen: teurer als gedacht

Kabellose LED-Kerzen für den Baum mit Batterie und Fernbedienung sind praktisch, aber teuer im Betrieb. Batteriestrom kostet laut Verbraucherzentrale NRW rund 300-mal so viel wie Strom aus der Steckdose. In ihrem Rechenbeispiel mit 24 Kerzen, die drei Wochen lang täglich acht Stunden leuchten, sind fast 100 Batterien nötig, was etwa 25 € kostet. Eine LED-Lichterkette mit Netzstecker und 5 W würde in der gleichen Zeit Strom für rund 30 Cent verbrauchen. Dazu kommt der Sondermüll. Wenn Du nicht auf kabellose Kerzen verzichten willst, nimm wenigstens Akkus.

Weihnachtsbeleuchtung: 7 Tipps zum Sparen und für mehr Sicherheit

1

Auf LED umsteigen

Der wichtigste Tipp zuerst: Tausche vor allem große und lange leuchtende Glühlampen-Deko gegen LED. Fang mit der Außenbeleuchtung an, denn dort sind Lichterschläuche und lange Ketten die größten Verbraucher. Achte beim Kauf auf die Farbtemperatur: Unter 3.000 Kelvin leuchten LEDs warmweiß und gemütlich, ähnlich wie früher die Glühlämpchen.

2

Zeitschaltuhr verwenden

Eine Zeitschaltuhr schaltet die Beleuchtung automatisch ein und aus. So brennt sie nur dann, wenn sie jemand sieht, zum Beispiel am frühen Abend, und nicht die ganze Nacht.

Rechenbeispiel: Eine LED-Außenkette mit 20 W leuchtet 40 Tage lang rund um die Uhr. Das sind 19,2 kWh oder 7,10 €. Mit einer Zeitschaltuhr auf 6 Stunden am Tag sind es nur 1,78 €. Du sparst 5,32 € pro Saison, bei alter Glühlampen-Technik ein Vielfaches davon.
3

Dämmerungssensor für draußen

Viele Außenlichterketten und Steckdosen-Adapter haben einen Dämmerungssensor. Die Beleuchtung geht dann erst an, wenn es dunkel wird. Kombiniert mit einer Abschaltzeit, etwa um 23 Uhr, brennt sie genau in den Stunden, in denen sie auch wirkt.

4

Beim Kauf auf die Watt-Angabe achten

Auch zwischen LED-Ketten gibt es Unterschiede. Zwei gleich lange Ketten können sehr verschiedene Leistungen haben. Schau auf der Verpackung nach der Angabe in Watt: Je niedriger, desto weniger Strom. Bei großen Lichtvorhängen, Netzen und Figuren für draußen lohnt der Blick besonders.

5

Solar-Lichterketten mit Bedacht einsetzen

Solar-Lichterketten brauchen keinen Strom aus dem Netz und keine Kabel bis zur Steckdose. Bedenke aber: Im Dezember scheint die Sonne kurz und flach. An trüben Tagen laden die kleinen Module oft nicht genug, und die Kette leuchtet abends nur kurz. Für den Balkon oder einen Strauch im Garten kann das reichen, für die Hauptbeleuchtung meist nicht.

6

Ausschalten, wenn niemand da ist

Bevor Du ins Bett gehst, zur Arbeit fährst oder über die Feiertage verreist, schalte die Beleuchtung aus. Bei Deko in Räumen, in denen sich gerade niemand aufhält, zieh einfach den Stecker. Am bequemsten geht das mit einer schaltbaren Steckdosenleiste. Weitere Spartipps für das ganze Jahr findest Du in unserem Ratgeber Strom sparen im Haushalt.

7

Auf Sicherheit achten

Für draußen brauchst Du Lichterketten, deren Kabel und Trafo gegen Spritzwasser geschützt sind. Das erkennst Du an der Schutzart IP44 oder höher. Ketten für den Innenbereich gehören nicht ins Freie. Ein guter Hinweis auf geprüfte Sicherheit sind das GS-Zeichen, ein VDE-Prüfzeichen oder ein TÜV-Siegel. Das CE-Zeichen allein reicht nicht, denn damit erklärt der Hersteller nur selbst, dass er die EU-Vorgaben einhält.

Checkliste: Weihnachtsbeleuchtung sparsam und sicher

Alte Glühlampen-Ketten mit dem Temperaturtest aufspüren
Große Außendeko zuerst auf LED umstellen
Beim Neukauf auf niedrige Watt-Angabe und warmweißes Licht (unter 3.000 K) achten
Zeitschaltuhr oder Dämmerungssensor einsetzen
Nachts und bei Abwesenheit ausschalten
Netzstecker statt Batterie wählen, sonst Akkus verwenden
Für draußen nur Lichterketten mit IP44 oder höher verwenden
Auf GS-, VDE- oder TÜV-Zeichen achten

Der größere Hebel: Dein Preis pro Kilowattstunde

Ehrlich gesagt: Mit LED-Beleuchtung macht die Weihnachtsdeko auf Deiner Stromrechnung kaum einen Unterschied. Viel mehr bringt es, für jede Kilowattstunde im ganzen Jahr weniger zu bezahlen. Bist Du noch in der Grundversorgung, zahlst Du meist deutlich mehr als in einem frei gewählten Tarif. Wie ein Wechsel abläuft, erklärt unser Ratgeber Stromanbieter wechseln.

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Häufige Fragen zu den Stromkosten der Weihnachtsbeleuchtung

Wie viel Strom verbraucht eine Lichterkette pro Stunde?
Eine LED-Lichterkette für innen hat meist 2 bis 5 Watt. Sie verbraucht pro Stunde also höchstens 0,005 kWh, das sind bei 37 Cent pro kWh weniger als 0,2 Cent. Eine Lichterkette mit 20 Glühlämpchen hat rund 50 Watt und kostet etwa 1,9 Cent pro Stunde.
Was kostet eine LED-Lichterkette im Monat?
Eine LED-Kette mit 4 Watt, die 30 Tage lang täglich 6 Stunden leuchtet, verbraucht 0,72 kWh. Bei 37 Cent pro kWh sind das rund 27 Cent im Monat.
Darf die Lichterkette die ganze Nacht brennen?
Mit LED ist das vor allem eine Frage der Kosten, die bei kleinen Ketten gering bleiben. Bei großer Außendeko oder alten Glühlampen-Ketten summiert sich der Dauerbetrieb aber schnell. Alte Glühlampen-Ketten können außerdem heiß werden, deshalb solltest Du sie nicht unbeaufsichtigt leuchten lassen. Eine Zeitschaltuhr löst beide Probleme.
Lohnen sich Solar-Lichterketten?
Sie sparen Netzstrom und Kabel, leuchten im Dezember aber oft nur wenige Stunden, weil die Sonne kaum Kraft hat. Für kleine Deko auf Balkon oder im Garten sind sie eine Option, als Hauptbeleuchtung meist zu schwach.
Wie erkenne ich, ob meine Lichterkette LEDs hat?
Schau auf die Verpackung oder das Etikett am Stecker: Dort steht die Leistung in Watt. Liegt sie bei einer normalen Kette im einstelligen Bereich, sind es LEDs. Alternativ lässt Du die Kette etwa 15 Minuten leuchten und fasst ein Lämpchen an. Glühlampen werden spürbar warm, LEDs kaum.
Muss ich wegen der Weihnachtsbeleuchtung meinen Abschlag erhöhen?
In aller Regel nicht. Mit LED-Deko geht es um wenige Euro im Jahr, das fällt beim Abschlag nicht ins Gewicht. Nur wer sehr große Außendekorationen mit alter Technik betreibt, sollte die Mehrkosten im Blick behalten. Wie sich Dein Abschlag zusammensetzt, kannst Du mit unserem Rechner für Stromkosten und Abschlag prüfen.

Quellen: Verbraucherzentrale NRW, Energiesparende Lichterketten (Stand August 2026); Verbraucherzentrale Südtirol, Stromfresser Weihnachtsbeleuchtung; Sparkasse, Stromverbrauch von LED-Lichterketten; BDEW-Strompreisanalyse 2026. Rechenbeispiele: eigene Berechnung, Stand Oktober 2026.

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