Strompreiszusammensetzung 2026

Laptop und Bildschirme mit Kursdiagrammen, Symbolbild für die Strombeschaffung an der Börse

Wer auf die Stromrechnung schaut, fragt sich oft: Wofür zahle ich eigentlich genau? Hier erfährst Du, wie sich der Strompreis 2026 zusammensetzt, welche Teile Du beeinflussen kannst und warum sich ein Anbieterwechsel trotzdem lohnt.

Was kann ich beeinflussen?

Die drei Hauptbestandteile des Strompreises

Der durchschnittliche Strompreis für Haushalte liegt 2026 laut BDEW-Strompreisanalyse bisher bei 37,0 Cent pro Kilowattstunde, etwas niedriger als 2025. Er besteht aus drei großen Blöcken:

So setzt sich 1 kWh Haushaltsstrom 2026 zusammen

15,2 ct 41 % 9,2 ct 25 % 12,6 ct 34 %
Beschaffung und Vertrieb Netzentgelte Steuern, Abgaben und Umlagen

Durchschnitt für Haushalte mit 3.500 kWh, Grundpreis anteilig enthalten. Quelle: BDEW-Strompreisanalyse, Herbst 2026.

41 %

Beschaffung und Vertrieb

15,2 ct/kWh. Stromeinkauf, Vertrieb, Service und Marge des Anbieters. Nur hier konkurrieren die Anbieter miteinander.

25 %

Netzentgelte

9,2 ct/kWh. Transport, Wartung und Ausbau der Netze inklusive Messstellenbetrieb. Reguliert und 2026 durch einen Bundeszuschuss gesunken.

34 %

Steuern, Abgaben und Umlagen

12,6 ct/kWh. Umsatzsteuer, Stromsteuer, Konzessionsabgabe und Umlagen. Vom Gesetzgeber festgelegt.

Alle Bestandteile im Detail

Auf Deiner Stromrechnung stehen meist nur ein Arbeitspreis und ein Grundpreis. Dahinter stecken drei Bereiche, die von verschiedenen Beteiligten bestimmt werden: dem Wettbewerb, dem regulierten Netzbereich und dem Staat.

1. Beschaffung und Vertrieb: der freie Markt

Das ist der eigentliche Wert der Energie. Dein Anbieter kauft Strom teils kurzfristig an der Börse, teils Monate oder Jahre im Voraus ein. Dazu kommen seine Kosten für Verwaltung, Abrechnung und Kundenservice sowie seine Marge. Das ist wie beim Bäcker: Er muss das Mehl einkaufen, will aber auch von seiner Arbeit leben.

2. Netze und Technik: reguliert

Es gibt in jedem Gebiet nur ein Stromnetz. Dieser Bereich ist deshalb ein natürliches Monopol und wird von den Regulierungsbehörden kontrolliert.

  • Netzentgelte: Strom entsteht oft weit weg, etwa in Windparks im Norden oder in Solarparks, und muss zu Dir kommen. Die Netzentgelte sind sozusagen das Porto dafür, dass Leitungen, Masten und Umspannwerke gebaut, gewartet und betrieben werden.
  • Messstellenbetrieb: das Entgelt für Deinen Stromzähler, egal ob klassischer Zähler oder Smart Meter. Es deckt Einbau, Betrieb, Wartung und Ablesung.

3. Steuern, Abgaben und Umlagen: staatlich

Diese Bestandteile legt der Gesetzgeber fest. Die EEG-Umlage gibt es seit Juli 2022 nicht mehr, der Ausbau der erneuerbaren Energien wird seitdem aus dem Bundeshaushalt finanziert.

Posten Höhe 2026 Wofür?
Umsatzsteuer19 % auf alle BestandteileDie normale Umsatzsteuer, der größte Einzelposten in diesem Block.
Stromsteuer2,05 ct/kWhVerbrauchsteuer auf Strom, oft „Ökosteuer“ genannt.
Konzessionsabgabeim Schnitt 1,67 ct/kWhEine Art Miete an die Gemeinde für Leitungen unter öffentlichen Straßen. In großen Städten höher als auf dem Land.
Aufschlag für besondere Netznutzung1,56 ct/kWhFrüher § 19-StromNEV-Umlage. Gleicht Netzentgelt-Rabatte für bestimmte Großverbraucher aus und verteilt seit 2025 auch Kosten für die Integration erneuerbarer Energien bundesweit.
Offshore-Netzumlage0,94 ct/kWhKosten für den Anschluss von Windparks auf dem Meer.
KWKG-Umlage0,45 ct/kWhFörderung von Anlagen, die gleichzeitig Strom und Wärme erzeugen.

Quelle: BDEW-Strompreisanalyse 2026. Die Werte ändern sich meist zum Jahreswechsel.

Ausblick 2027: Die drei bundesweiten Umlagen steigen 2027 zusammen von 2,946 auf 3,621 ct/kWh netto. Am stärksten legen der Aufschlag für besondere Netznutzung (2,027 ct) und die Offshore-Netzumlage (1,143 ct) zu. Zugleich soll der Bundeszuschuss zu den Netzkosten sinken. Die Stromsteuer bleibt bisher bei 2,05 ct/kWh. Wie sich der Strompreis 2027 insgesamt aufteilt, zeigt die BDEW-Analyse erst im Laufe des Jahres. Alle Werte im Vergleich findest Du unter Stromsteuer und Umlagen.

Welche Bestandteile kannst Du beeinflussen?

Staat und Netzbetreiber legen rund 59 % Deines Strompreises fest. Diese Kosten zahlst Du bei jedem Anbieter an Deinem Wohnort gleich. Die übrigen rund 41 % für Beschaffung und Vertrieb kalkuliert jeder Anbieter selbst, und genau hier entstehen die Unterschiede zwischen den Tarifen.

Kannst Du beeinflussen

  • Deinen Anbieter und Tarif
  • Deinen Verbrauch
  • Wann Du Strom nutzt, mit einem dynamischen Tarif

Kannst Du nicht beeinflussen

  • Netzentgelte an Deinem Wohnort
  • Steuern, Abgaben und Umlagen
  • Die Konzessionsabgabe Deiner Gemeinde

Die Grundversorgung ist meist deutlich teurer als frei wählbare Tarife, weil der Versorger beim Anteil für Beschaffung und Vertrieb mehr verlangt. Wer noch dort ist, spart durch einen Wechsel oft mehrere hundert Euro im Jahr. Wie das geht, erklärt der Ratgeber Stromanbieter wechseln.

Den beeinflussbaren Teil senken

Im Stromvergleich siehst Du, wie günstig Beschaffung und Vertrieb bei anderen Anbietern für Deine Postleitzahl sind.

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Häufige Fragen zur Strompreiszusammensetzung

Warum unterscheiden sich die Strompreise je nach Region?

Der Hauptgrund sind die Netzentgelte. In dünn besiedelten Regionen verteilen sich die Netzkosten auf weniger Haushalte. Lange hatten auch Regionen mit viel Windkraft höhere Netzentgelte, seit 2025 werden diese Mehrkosten aber bundesweit verteilt. Dazu kommt die Konzessionsabgabe, die in großen Städten höher ist.

Haben Ökostromtarife eine andere Zusammensetzung?

Nein, die Grundstruktur bleibt gleich: Beschaffung und Vertrieb, Netzentgelte, Steuern, Abgaben und Umlagen. Der Unterschied liegt im Beschaffungsanteil, denn dort stammt der Strom aus erneuerbaren Quellen. Bei Siegeln wie ok-power oder Grüner Strom fließt zusätzlich Geld in den Bau neuer Anlagen.

Wer bestimmt eigentlich, wie viel mein Strom kostet?

Dein Strompreis setzt sich aus drei Bereichen zusammen, für die unterschiedliche Beteiligte zuständig sind:
Der Stromanbieter bestimmt den Beschaffungspreis und seine Marge.
Die Netzbetreiber legen die Netzentgelte fest. Diese werden von der Regulierungsbehörde (Bundesnetzagentur oder Landesbehörde) geprüft und genehmigt.
Der Gesetzgeber legt Steuern, Abgaben und staatliche Umlagen fest.

Warum steigen oder sinken die Strompreise ständig?

Ein wichtiger Grund ist der Wettbewerb an der Strombörse. Wenn Strom knapp ist oder Gas und Kohle teurer werden, steigt der Einkaufspreis. Auch die Netzentgelte verändern sich, weil der Ausbau der erneuerbaren Energien und der Umbau der Netze hohe Investitionen erfordern. Dazu kommen jährliche Änderungen bei Umlagen und staatlichen Zuschüssen.

Was macht den größten Teil des Strompreises aus?

Der größte Posten ist Beschaffung und Vertrieb mit rund 41 %. Danach folgen Steuern, Abgaben und Umlagen mit rund 34 % und die Netzentgelte mit rund 25 % (BDEW, 2026).

Kann ich als Verbraucher bestimmte Kostenbestandteile sparen?

Direkt beeinflussen kannst Du vor allem den Wettbewerbsteil, also Arbeitspreis und Grundpreis Deines Tarifs. Mit einem Anbieterwechsel kannst Du hier Geld sparen. Auf Steuern, Netzentgelte und Messstellenbetrieb hast Du keinen Einfluss, denn sie sind vom Anbieter unabhängig. Du kannst aber Deinen Verbrauch senken und mit einem dynamischen Tarif günstige Stunden nutzen.

Wie hat sich die Strompreiszusammensetzung 2026 verändert?

Nach der BDEW-Strompreisanalyse sind die Netzentgelte 2026 um rund 1,7 Cent pro Kilowattstunde gesunken, weil der Bund einen Zuschuss zu den Übertragungsnetzentgelten zahlt. Beschaffung und Vertrieb liegen etwas niedriger als im Vorjahr, Steuern, Abgaben und Umlagen sind etwa gleich geblieben. Der durchschnittliche Haushaltsstrompreis liegt bisher bei 37,0 Cent pro Kilowattstunde.

Wird Strom 2027 teurer?

Ein Teil der Kosten steigt sicher: Die drei bundesweiten Umlagen erhöhen sich 2027 von 2,946 auf 3,621 ct/kWh. Bei 3.500 kWh sind das rund 28 € mehr im Jahr inklusive Mehrwertsteuer. Weil der Bundeszuschuss zu den Netzkosten sinken soll, dürften auch die Netzentgelte vielerorts steigen. Wie stark Dein Preis insgesamt steigt, hängt von Deinem Anbieter ab. Bei einer Preiserhöhung hast Du ein Sonderkündigungsrecht, ein Vergleich lohnt sich deshalb gerade zum Jahreswechsel.

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