Der Zählerstand zeigt, wie viele Kilowattstunden Strom insgesamt über Deinen Zähler gelaufen sind, seit er eingebaut wurde. Aus der Differenz zweier Zählerstände ergibt sich Dein Verbrauch und damit die Grundlage Deiner Stromrechnung. Wie Du den Stand richtig abliest, hängt davon ab, welchen Zähler Du hast.
Welchen Zähler hast Du?
| Zähler | Woran erkennst Du ihn? | Was liest Du ab? |
|---|---|---|
| Analoger Zähler (Ferraris-Zähler) | sich drehende Scheibe, mechanisches Zählwerk mit Ziffernrollen | die Ziffern vor dem Komma |
| Digitaler Zähler (moderne Messeinrichtung) | elektronisches Display, keine Drehscheibe | den Wert mit der Kennung 1.8.0 |
| Smart Meter (intelligentes Messsystem) | digitaler Zähler mit zusätzlichem Kommunikationsmodul | nichts, der Stand wird automatisch übermittelt |
Analogen Zähler ablesen
Beim klassischen Ferraris-Zähler liest Du die Zahl im Zählwerk von links nach rechts ab. Notiere nur die Ziffern vor dem Komma. Die letzte Stelle ist meist rot umrandet oder durch ein Komma abgetrennt. Sie zeigt Zehntel-Kilowattstunden an und wird für die Abrechnung nicht gebraucht. Steht eine Ziffernrolle gerade zwischen zwei Zahlen, nimmst Du die niedrigere.
Digitalen Zähler ablesen
Ein digitaler Zähler zeigt im Display oft mehrere Werte nacheinander an. Jeder Wert hat eine Kennung, die sogenannte OBIS-Kennzahl. Für Deine Stromrechnung brauchst Du den Wert mit 1.8.0, das ist Dein gesamter Strombezug. Wechselt die Anzeige nicht von selbst, kannst Du sie bei vielen Geräten mit einer Taste oder mit einer Taschenlampe weiterschalten, die Du auf das optische Sensorfeld richtest.
| Kennung | Bedeutung |
|---|---|
| 1.8.0 | gesamter Strombezug aus dem Netz, dieser Wert zählt für die Rechnung |
| 1.8.1 und 1.8.2 | Bezug im Hochtarif und im Niedertarif, nur bei Zweitarifzählern relevant |
| 2.8.0 | ins Netz eingespeister Strom, etwa von einer Photovoltaikanlage oder einem Balkonkraftwerk |
So berechnest Du Deinen Verbrauch
Mit zwei Zählerständen kannst Du Deinen Verbrauch selbst ausrechnen, zum Beispiel um Deinen Abschlag zu prüfen:
Beispiel: 45.320 kWh − 42.810 kWh = 2.510 kWh im Jahr, bei 0,32 € pro kWh rund 803 € Arbeitspreis
Liest Du regelmäßig ab, zum Beispiel einmal im Monat, siehst Du früh, ob Dein Verbrauch steigt. So erlebst Du bei der Jahresabrechnung keine Überraschung und kannst Deinen Abschlag rechtzeitig anpassen lassen.
Wann solltest Du den Zählerstand ablesen?
Bei der Jahresablesung: Einmal im Jahr fordert Dich Dein Netz- oder Messstellenbetreiber auf, den Stand per Ablesekarte, online oder per App zu melden. Manchmal kommt auch ein Ableser vorbei.
Beim Einzug und Auszug: Halte den Stand am Tag der Schlüsselübergabe fest, am besten gemeinsam mit Vermieter oder Nachmieter im Übergabeprotokoll. So zahlst Du nur Deinen eigenen Verbrauch.
Beim Anbieterwechsel: Notiere den Stand am Tag des Lieferbeginns beim neuen Anbieter. Er ist der Endstand für die Schlussrechnung des alten Anbieters.
Bei einer Preisänderung oder einem Zählertausch: Ein Stand zum Stichtag sorgt dafür, dass alter und neuer Preis bzw. alter und neuer Zähler genau abgegrenzt werden.
Was passiert, wenn Du nicht abliest?
Meldest Du keinen Zählerstand, darf der Anbieter Deinen Verbrauch schätzen (§ 40a EnWG). Grundlage ist meist Dein Verbrauch aus den Vorjahren. Das kann passen, kann aber auch deutlich danebenliegen. Auf der Rechnung erkennst Du eine Schätzung am Hinweis „geschätzt“ oder an einem „S“ neben dem Zählerstand. Liest Du später ab und weicht der echte Stand ab, kannst Du eine Korrektur verlangen.
Unser Tipp: immer mit Foto
Fotografiere den Zähler bei jeder Ablesung so, dass Zählerstand und Zählernummer gut lesbar sind. Das Foto speichert automatisch das Datum mit. Bei Streit über eine Abrechnung oder nach einem Umzug ist das der einfachste Nachweis, den Du haben kannst.
Zählerstand notiert? Mit Deinem Jahresverbrauch kannst Du im Stromvergleich direkt prüfen, ob ein günstigerer Tarif für Dich drin ist.
