Ein Zweitarifzähler ist ein Stromzähler mit zwei getrennten Zählwerken. Er misst den Verbrauch im Hochtarif (HT), meist tagsüber, und im Niedertarif (NT), meist nachts, getrennt voneinander. So kann der Strom zu verschiedenen Zeiten unterschiedlich viel kosten. Zweitarifzähler sind vor allem bei Wärmepumpen und Nachtspeicherheizungen verbreitet.
Wie funktioniert ein Zweitarifzähler?
Der Zähler schaltet zu festgelegten Zeiten zwischen den beiden Zählwerken um. Die Schaltzeiten legt der Netzbetreiber fest, nicht Dein Stromanbieter. Häufig gilt der Niedertarif zum Beispiel von 22 bis 6 Uhr, je nach Netzgebiet sind aber auch andere Zeiten oder zusätzliche Niedertarif-Fenster am Tag oder am Wochenende üblich. Die genauen Zeiten erfährst Du bei Deinem Netzbetreiber oder auf Deiner Rechnung.
| Zählwerk | Kennung am digitalen Zähler | Typische Zeit |
|---|---|---|
| Hochtarif (HT) | 1.8.1 | tagsüber |
| Niedertarif (NT) | 1.8.2 | nachts, teilweise auch am Wochenende |
| Summe | 1.8.0 | gesamter Verbrauch |
Bei einem älteren mechanischen Zweitarifzähler siehst Du zwei übereinanderliegende Zählwerke, oft mit „HT“ und „NT“ oder „T1“ und „T2“ beschriftet. Ein kleines Symbol oder eine Anzeige zeigt, welches gerade läuft.
Für wen lohnt sich ein Zweitarifzähler?
Ein Zweitarifzähler lohnt sich nur, wenn Du einen großen Teil Deines Stroms zu den günstigen Zeiten verbrauchen kannst. Das ist vor allem bei Geräten der Fall, die selbstständig nachts laufen: Nachtspeicherheizungen laden ausschließlich nachts, Wärmepumpen können mit einem Pufferspeicher einen Teil ihres Verbrauchs in die Nacht verlagern.
Für einen normalen Haushalt ohne solche Geräte bringt er meist wenig. Kochen, Licht, Homeoffice und Fernsehen fallen überwiegend in die Hochtarifzeit. Dazu kommt, dass Zweitarif-Tarife oft einen höheren Grundpreis haben und der Zählerbetrieb etwas mehr kostet.
Rechenbeispiel
Beispiel Wärmepumpe: 2.000 kWh × 0,30 € + 3.000 kWh × 0,24 € = 600 € + 720 € = 1.320 € statt 5.000 kWh × 0,30 € = 1.500 € mit Eintarif
Die Ersparnis von 180 € im Jahr verringert sich noch um einen eventuell höheren Grundpreis und die Mehrkosten für den Zähler. Mit den Preisen aus Deinem Angebot kannst Du so schnell prüfen, ob sich die Variante für Dich rechnet. Die Beispielpreise sind nur zur Veranschaulichung gedacht.
Zweitarifzähler und Anbieterwechsel
Auch mit einem Zweitarifzähler kannst Du den Anbieter wechseln. Du brauchst dann aber einen Tarif, der zu Deinem Zähler passt: entweder einen speziellen Wärmestrom-Tarif für Wärmepumpe oder Nachtspeicher oder einen Haushaltsstrom-Tarif mit HT/NT-Preisen. Gib beim Vergleich Deinen Verbrauch getrennt nach HT und NT an, damit die Preise korrekt berechnet werden.
Hast Du für Deine Wärmepumpe einen separaten Zähler, ist das ein eigener Anschluss mit eigener Zählernummer und eigener MaLo-ID. Für ihn schließt Du einen eigenen Vertrag ab, unabhängig vom Haushaltsstrom.
Die moderne Alternative: zeitvariable Netzentgelte und dynamische Tarife
Mit Smart Metern gibt es inzwischen flexiblere Modelle. Für steuerbare Geräte wie Wärmepumpen und Wallboxen bieten Netzbetreiber zeitvariable Netzentgelte mit günstigeren Zeitfenstern an (§ 14a EnWG). Und mit einem dynamischen Stromtarif zahlst Du stündlich den aktuellen Börsenpreis. Beide Varianten setzen in der Regel ein intelligentes Messsystem voraus.
Unser Tipp: Verbrauch nach HT und NT trennen
Schau auf Deiner letzten Jahresabrechnung nach, wie sich Dein Verbrauch auf Hoch- und Niedertarif verteilt hat. Mit diesen beiden Werten bekommst Du beim Vergleich ein genaues Ergebnis und siehst sofort, ob sich ein Wechsel lohnt.
Mit beiden Verbrauchswerten zur Hand findest Du im Stromvergleich den passenden Tarif für Deinen Zähler.
