Neukundenbonus und Sofortbonus sind Einmalzahlungen, mit denen Stromanbieter neue Kunden gewinnen wollen. Der Sofortbonus wird kurz nach Lieferbeginn ausgezahlt, der Neukundenbonus meist erst mit der ersten Jahresabrechnung verrechnet. Beide gibt es nur einmal, und genau das macht sie beim Vergleichen tückisch.
Der Unterschied auf einen Blick
| Sofortbonus | Neukundenbonus | |
|---|---|---|
| Wann gibt es das Geld? | einige Wochen bis wenige Monate nach Lieferbeginn | mit der ersten Jahresabrechnung |
| Wie wird er ausgezahlt? | als Überweisung auf Dein Konto | als Gutschrift, die mit der Rechnung verrechnet wird |
| Typische Bedingung | Belieferung hat begonnen und läuft noch | ununterbrochene Belieferung über das erste Vertragsjahr |
Viele Tarife kombinieren beide Boni. Manche Anbieter geben den Neukundenbonus auch als Prozentsatz der Jahreskosten an statt als festen Betrag. Dann hängt seine Höhe von Deinem tatsächlichen Verbrauch ab.
Warum Boni den Vergleich verzerren
In Vergleichsrechnern werden Boni oft in den Preis des ersten Jahres eingerechnet. Ein Tarif mit hohem Bonus landet so ganz oben, obwohl er ohne Bonus teurer ist als andere. Im zweiten Jahr fällt der Bonus weg, und Du zahlst den regulären Preis. Ein Beispiel:
| Tarif A (ohne Bonus) | Tarif B (200 € Bonus) | |
|---|---|---|
| Regulärer Jahrespreis | 900 € | 1.050 € |
| 1. Jahr | 900 € | 850 € |
| 2. Jahr | 900 € | 1.050 € |
| Summe nach zwei Jahren | 1.800 € | 1.900 € |
Tarif B ist im ersten Jahr 50 € günstiger, nach zwei Jahren aber 100 € teurer. Wer nicht vorhat, nach einem Jahr wieder zu wechseln, fährt mit Tarif A besser.
Das Kleingedruckte: wann der Bonus verfällt
Ob Du einen Bonus wirklich bekommst, hängt von den Bedingungen des Anbieters ab. Typisch sind diese Einschränkungen:
- Mindestbelieferung: Der Neukundenbonus wird meist nur gezahlt, wenn Du zwölf Monate ununterbrochen beliefert wurdest. Kündigst Du vorher oder ziehst um, kann er entfallen.
- Kündigungszeitpunkt: Manche Anbieter zahlen den Bonus nur, wenn der Vertrag zum Ende des ersten Jahres nicht bereits gekündigt ist. Lies genau, ob eine Kündigung zum Ende der Mindestlaufzeit den Bonus kostet.
- Echter Neukunde: Warst Du in den letzten Monaten schon einmal Kunde beim selben Anbieter, giltst Du oft nicht als Neukunde.
- Verrechnung statt Auszahlung: Der Neukundenbonus verringert Deine Jahresrechnung. Hast Du zu niedrige Abschläge gezahlt, siehst Du ihn nur als kleinere Nachzahlung, nicht als Geld auf dem Konto.
Bonus und Preis im zweiten Jahr
Ein hoher Bonus kommt oft zusammen mit einem kurzen Preisschutz. Läuft die Preisgarantie nach zwölf Monaten aus, kann der Anbieter zeitgleich mit dem Wegfall des Bonus auch noch den Arbeitspreis erhöhen. Dann zahlst Du im zweiten Jahr doppelt drauf. Schau Dir deshalb beim Vergleich nicht nur den Bonus an, sondern auch, wie lange die Preisgarantie gilt und was sie abdeckt.
Jedes Jahr wechseln: lohnt sich Bonus-Hopping?
Wer konsequent jedes Jahr den Anbieter wechselt, kann immer wieder Boni mitnehmen und so dauerhaft günstig Strom beziehen. Das ist legal und für disziplinierte Wechsler durchaus lohnend. Du musst Dir aber rechtzeitig vor Ende der Mindestlaufzeit einen Termin setzen, die Bedingungen jedes neuen Tarifs prüfen und die Abrechnungen kontrollieren, denn ausstehende Boni oder Guthaben musst Du im Zweifel selbst einfordern.
Für alle, die sich nicht jedes Jahr darum kümmern wollen, ist ein Tarif mit gutem Preis ohne Bonus und einer Preisgarantie über 12 Monate meist die entspanntere Wahl.
Was tun, wenn der Bonus nicht kommt?
Bleibt ein zugesagter Sofortbonus aus oder fehlt der Neukundenbonus auf der Jahresabrechnung, wende Dich zuerst schriftlich an den Anbieter und verweise auf Deine Vertragsbestätigung. Bewahre diese deshalb unbedingt auf. Hilft das nicht, kannst Du Dich an die Schlichtungsstelle Energie oder eine Verbraucherzentrale wenden.
Im Stromvergleich kannst Du Tarife mit und ohne Boni vergleichen und siehst in den Tarifdetails die genauen Bonusbedingungen.
