Abschlag

Der Abschlag (auch Abschlagszahlung) ist eine regelmäßige Vorauszahlung auf Deine Stromkosten. Statt am Jahresende eine große Rechnung zu bekommen, zahlst Du jeden Monat einen festen Betrag. Mit der Jahresabrechnung wird dann geprüft, wie viel Strom Du tatsächlich verbraucht hast, und die Differenz wird ausgeglichen.

Wie wird der Abschlag berechnet?

Grundlage ist Dein erwarteter Jahresverbrauch. Bei einem neuen Vertrag ist das meist der Verbrauch aus der letzten Abrechnung oder ein Schätzwert, den Du beim Abschluss angibst. Der Anbieter rechnet daraus die voraussichtlichen Jahreskosten aus und verteilt sie auf die Monate:

(Jahresverbrauch × Arbeitspreis + Grundpreis × 12) ÷ 12 = monatlicher Abschlag
Beispiel: (2.500 kWh × 0,32 € + 12 € × 12) ÷ 12 = (800 € + 144 €) ÷ 12 ≈ 79 € im Monat

Manche Anbieter verteilen die Kosten nicht auf zwölf, sondern auf elf Abschläge, weil im Monat der Jahresabrechnung kein Abschlag fällig wird. Der einzelne Abschlag ist dann etwas höher. Wie viele Zahlungen es sind, steht in Deinem Vertrag oder auf der Abrechnung.

Die Jahresabrechnung: Nachzahlung oder Guthaben

Einmal im Jahr liest Du oder der Netzbetreiber den Zählerstand ab. Dein Anbieter berechnet dann Deine tatsächlichen Kosten und zieht die gezahlten Abschläge davon ab. Hast Du mehr verbraucht als angenommen, musst Du nachzahlen. Hast Du weniger verbraucht, bekommst Du ein Guthaben zurück.

Ein Guthaben muss Dir der Anbieter zeitnah auszahlen oder vollständig mit dem nächsten Abschlag verrechnen. Gleichzeitig legt er auf Basis des neuen Verbrauchs den Abschlag für das kommende Jahr fest. Prüf diesen neuen Betrag immer kurz, denn er bestimmt, ob Du nächstes Jahr wieder nachzahlen musst.

Ein Guthaben ist kein Gewinn: Viele freuen sich über eine Rückzahlung. Eigentlich hast Du dem Anbieter aber das ganze Jahr über zu viel Geld geliehen, und zwar zinslos. Ideal ist ein Abschlag, der möglichst genau zu Deinem Verbrauch passt.

Kann ich meinen Abschlag selbst ändern?

Ja. Du kannst bei Deinem Anbieter jederzeit beantragen, den Abschlag zu erhöhen oder zu senken, bei vielen Anbietern direkt im Kundenkonto. Eine Erhöhung ist sinnvoll, wenn absehbar ist, dass Du mehr verbrauchst, etwa weil ein Baby da ist, Du jetzt im Homeoffice arbeitest oder eine Wärmepumpe angeschafft hast. So vermeidest Du eine hohe Nachzahlung.

Eine Senkung ist möglich, wenn Du belegen kannst, dass Du weniger verbrauchst, zum Beispiel weil jemand ausgezogen ist oder Du ein altes Gerät ersetzt hast. Ganz nach Belieben senken lässt sich der Abschlag aber nicht. Der Anbieter darf einen Betrag verlangen, der zu Deinem zu erwartenden Verbrauch passt.

Wann sich der Abschlag automatisch ändert

Neben der Jahresabrechnung gibt es einen zweiten Anlass: eine Preisänderung. Erhöht oder senkt Dein Anbieter den Arbeits- oder Grundpreis, passt er meist auch den Abschlag an. Bei einer Preiserhöhung hast Du ein Sonderkündigungsrecht und kannst zu einem günstigeren Anbieter wechseln.

Wird Dein Abschlag ohne Preisänderung und ohne erkennbaren Grund deutlich erhöht, frag nach, wie der Betrag berechnet wurde. Ungewöhnlich hohe Abschläge können ein Warnsignal sein, etwa bei Anbietern in finanziellen Schwierigkeiten.

Abschlag beim Anbieterwechsel

Wenn Du den Anbieter wechselst, endet der Abschlag beim alten Anbieter zum Wechseltermin. Du bekommst von ihm eine Schlussrechnung über den Zeitraum bis zum Wechsel, mit Nachzahlung oder Guthaben. Beim neuen Anbieter beginnt Dein Abschlag ab dem Lieferstart, berechnet auf Basis des Jahresverbrauchs, den Du beim Abschluss angegeben hast.

Gib Deinen Verbrauch deshalb möglichst genau an, am besten von der letzten Jahresabrechnung. Ein zu niedrig geschätzter Verbrauch sorgt zwar für einen attraktiv niedrigen Abschlag, führt aber am Ende des Jahres zu einer unangenehmen Nachzahlung.

So hältst Du Deinen Abschlag im Blick

Am einfachsten ist es, den Zählerstand alle paar Monate abzulesen und mit dem Wert vom Beginn des Abrechnungszeitraums zu vergleichen. Liegt Dein Verbrauch nach einem halben Jahr deutlich über der Hälfte des angenommenen Jahresverbrauchs, kannst Du den Abschlag rechtzeitig erhöhen. Beachte dabei, dass im Winter wegen Licht und längerer Zeit zu Hause meist mehr Strom verbraucht wird als im Sommer.

Wie hoch Dein Abschlag bei Deinem Verbrauch sein sollte, kannst Du mit unserem Stromkosten- und Abschlagsrechner ausrechnen. Ob es einen günstigeren Tarif gibt, zeigt Dir der Stromvergleich.

Reicht Dein Abschlag? Lies Deinen Zählerstand ab und gib ihn in unseren Nachzahlungsrechner ein. Er rechnet Deinen Verbrauch mit dem typischen Jahresverlauf hoch und zeigt Dir, ob eine Nachzahlung droht und welcher Abschlag passt.

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