Bei Vorkasse zahlst Du Deinen Strom im Voraus, oft für mehrere Monate oder ein ganzes Jahr. Bei einer Kaution hinterlegst Du beim Anbieter eine Sicherheit, die Du am Vertragsende zurückbekommen sollst. Beides kommt bei einigen Billigtarifen vor und ist für Dich riskant: Geht der Anbieter pleite, ist Dein Geld oft weg.
Vorkasse, Abschlag, Kaution: der Unterschied
| Wann zahlst Du? | Risiko für Dich | |
|---|---|---|
| Normaler Abschlag | monatlich, für den laufenden Monat | gering, höchstens ein Monat Vorleistung |
| Vorkasse (Paketpreis) | einmalig im Voraus für mehrere Monate oder ein Jahr | hoch, bei Insolvenz droht der Verlust der gesamten Zahlung |
| Kaution | einmalig bei Vertragsbeginn, zusätzlich zu den Abschlägen | hoch, die Rückzahlung hängt vom Fortbestand des Anbieters ab |
Warum Vorkasse-Tarife riskant sind
Vorkasse-Tarife locken oft mit sehr günstigen Preisen. Für den Anbieter ist das Modell attraktiv, weil er Dein Geld sofort bekommt und damit wirtschaften kann. Für Dich bedeutet es: Du gibst dem Anbieter einen zinslosen Kredit und trägst das Risiko, dass er die Leistung nie vollständig erbringt.
Dass das keine Theorie ist, zeigen die Pleiten der Billiganbieter TelDaFax im Jahr 2011 und Flexstrom im Jahr 2013. Viele Kunden hatten dort Vorkasse geleistet. Im Insolvenzverfahren bekamen sie nur einen Bruchteil ihres Geldes zurück, oft nach Jahren. Ihre Stromversorgung lief zwar weiter, weil der Grundversorger einsprang, aber sie zahlten dort doppelt: einmal die verlorene Vorkasse und dann den Preis der Ersatz- und Grundversorgung.
Wann darf ein Anbieter Vorauszahlung oder Sicherheit verlangen?
In der Grundversorgung ist das klar geregelt. Der Grundversorger darf eine Vorauszahlung nur verlangen, wenn nach den Umständen des Einzelfalls zu befürchten ist, dass Du nicht oder nicht rechtzeitig zahlst, zum Beispiel nach wiederholten Zahlungsrückständen (§ 14 StromGVV). Statt einer Vorauszahlung kann er auch eine Sicherheitsleistung verlangen (§ 15 StromGVV). Für Kunden ohne Zahlungsprobleme ist beides tabu.
Bei frei gewählten Tarifen legen die Vertragsbedingungen fest, ob Vorkasse oder Kaution vorgesehen sind. Manche Anbieter verlangen eine Kaution auch erst nach einer negativen Bonitätsprüfung. Lies vor dem Abschluss deshalb immer die Zahlungsbedingungen. Begriffe wie „Paketpreis“, „Jahresvorauszahlung“, „Vorkasse“ oder „Sicherheitsleistung“ sind Warnsignale.
So erkennst Du solche Tarife im Vergleich
Seriöse Vergleichsrechner kennzeichnen Tarife mit Vorkasse oder Kaution und bieten meist die Möglichkeit, sie herauszufiltern. Achte zusätzlich auf auffällig niedrige Preise: Liegt ein Tarif weit unter allen anderen, lohnt ein Blick in die Details. Häufig steckt dann Vorkasse, ein sehr hoher Bonus mit Haken oder eine kurze Preisgarantie dahinter.
Ein guter Tarif für die meisten Haushalte hat monatliche Abschläge, keine Kaution, eine Preisgarantie über die Laufzeit und eine Mindestlaufzeit von höchstens zwölf Monaten.
Ausnahme: Prepaid-Zähler
Davon zu unterscheiden sind Prepaid- oder Vorkassenzähler, die manche Grundversorger bei Zahlungsschwierigkeiten einbauen. Dabei lädst Du ein Guthaben auf, ähnlich wie bei einer Prepaid-Karte fürs Handy, und verbrauchst es dann nach und nach. Das kann eine Stromsperre verhindern. Mit den riskanten Vorkasse-Tarifen hat das nichts zu tun, weil Du nur kleine Beträge im Voraus zahlst.
Unser Tipp: lieber ein paar Euro mehr, dafür ohne Risiko
Der günstigste Tarif ist nicht immer der beste. Ein Tarif mit monatlichen Abschlägen kostet vielleicht etwas mehr, schützt Dich aber davor, bei einer Anbieterpleite viel Geld zu verlieren. Diese Sicherheit ist den kleinen Aufpreis fast immer wert.
Im Stromvergleich findest Du günstige Tarife mit monatlicher Zahlung und kannst sie direkt online abschließen.
